GoPro schlägt Alarm. Droht dem Actionkamera Pionier tatsächlich der Konkurs?
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Grischabock -
6. Juni 2026 um 09:43 -
- Technik
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GoPro steht wirtschaftlich unter massivem Druck
Über viele Jahre war GoPro praktisch gleichbedeutend mit Actionkameras. Ob auf dem Velo, beim Skifahren oder unter Wasser. Die kleinen Kameras des US Herstellers prägten eine ganze Produktkategorie und machten den Firmengründer Nick Woodman zeitweise zum Milliardär.
Nun steht das Unternehmen vor einer seiner grössten Herausforderungen. In einer aktualisierten Mitteilung an die US Börsenaufsicht SEC weist GoPro darauf hin, dass erhebliche Zweifel an der Fähigkeit bestehen, den Geschäftsbetrieb in den kommenden zwölf Monaten fortzuführen. Diese sogenannte “Going Concern” Warnung gehört zu den ernstesten Signalen, die ein börsenkotiertes Unternehmen veröffentlichen kann. Sie bedeutet allerdings nicht, dass bereits ein Konkursverfahren eröffnet wurde.
Was bedeutet eine Going Concern Warnung?
Der Begriff “Going Concern” beschreibt in der Rechnungslegung die Annahme, dass ein Unternehmen seine Geschäfte auch in Zukunft normal weiterführen kann. Wird diese Annahme infrage gestellt, müssen Unternehmen und ihre Wirtschaftsprüfer Investoren ausdrücklich darauf hinweisen.
Im Fall von GoPro begründen sowohl das Unternehmen als auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers diese Einschätzung mit anhaltenden Verlusten, negativen Geldflüssen aus dem operativen Geschäft sowie Kreditverpflichtungen, die innerhalb der nächsten zwölf Monate problematisch werden könnten, falls vereinbarte Finanzkennzahlen nicht eingehalten werden.
Ein solcher Hinweis ist deshalb ernst zu nehmen. Er stellt jedoch keine Insolvenz dar und bedeutet auch nicht automatisch, dass ein Konkurs unausweichlich ist.
Die Probleme reichen deutlich weiter zurück
Die aktuelle Warnung kommt nicht überraschend. GoPro kämpft bereits seit mehreren Jahren mit sinkenden Verkaufszahlen und einer immer stärkeren Konkurrenz.
Während GoPro den Markt für Actionkameras einst nahezu allein beherrschte, haben insbesondere DJI und Insta360 in den vergangenen Jahren erheblich aufgeholt. Beide Hersteller bringen ihre Produkte in kürzeren Entwicklungszyklen auf den Markt und überzeugen mit innovativen Funktionen wie leistungsfähiger Bildstabilisierung, KI gestützten Aufnahmefunktionen und einer engen Verzahnung zwischen Hard und Software.
Hinzu kommt, dass moderne Smartphones für viele Nutzer die klassische Actionkamera teilweise ersetzt haben. Zwar bleiben spezialisierte Actionkameras bei extremen Einsätzen überlegen, doch der Massenmarkt ist deutlich kleiner geworden.
Steigende Speicherpreise verschärfen die Situation
GoPro nennt zudem stark gestiegene Kosten für Speicherbausteine als einen wesentlichen Belastungsfaktor. Der weltweite Boom rund um künstliche Intelligenz hat die Nachfrage nach Speicherchips erheblich erhöht und damit die Einkaufspreise steigen lassen. Nach Unternehmensangaben verteuerten sich bestimmte Speicherkomponenten um bis zu 115 Prozent.
Für einen Hersteller wie GoPro, dessen Produkte auf leistungsfähige Speicherlösungen angewiesen sind, wirkt sich diese Entwicklung unmittelbar auf die Gewinnmargen aus.
Das Unternehmen sucht nach Lösungen
GoPro arbeitet bereits an verschiedenen Massnahmen, um die finanzielle Situation zu stabilisieren. Dazu gehören weitere Kostensenkungen, zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten, Verhandlungen mit Kreditgebern sowie die Prüfung strategischer Optionen. Dazu könnten auch eine Übernahme oder ein Zusammenschluss mit einem anderen Unternehmen gehören.
Bereits zuvor hatte GoPro Stellen abgebaut und versucht, die laufenden Kosten deutlich zu reduzieren. Dennoch blieb der wirtschaftliche Erfolg bislang aus.
Was bedeutet das für bestehende GoPro Nutzer?
Für Besitzer einer GoPro Kamera besteht aktuell kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Kameras, Zubehör und die Cloud Dienste funktionieren weiterhin wie gewohnt.
Sollte sich die wirtschaftliche Lage allerdings weiter verschlechtern oder es tatsächlich zu einer Insolvenz kommen, könnten langfristig Software Updates, Cloud Angebote und der Kundendienst betroffen sein. Davon ist derzeit jedoch noch nicht auszugehen.
Konkurrenz dürfte profitieren
Sollte GoPro seine Marktposition weiter verlieren, könnten insbesondere DJI und Insta360 profitieren. Beide Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren technisch stark weiterentwickelt und gehören inzwischen zu den innovativsten Herstellern im Bereich der Actionkameras.
Für Verbraucher könnte dies langfristig sogar mehr Auswahl und schnellere Innovationen bedeuten. Gleichzeitig würde mit GoPro jedoch ein Hersteller an Bedeutung verlieren, der den Actionkamera Markt überhaupt erst populär gemacht hat.
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Über den Autor
Auch bekannt unter dem Namen Sandro ist Bauhjahr 86 und lebt in der Schweiz im schönen Kanton Graubünden. Er ist Gründer und Inhaber der Plattform.
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Neben Grischabock.ch betreibt er noch diverse andere Projekte und Plattformen zu verschiedenen Themen.